Erik Satie ist ein Lebensprojekt für mich

Dachluken-Beitrag vom

Erik Satie ist eine Gestalt, die mich seit Jahrzehnten begleitet und nicht loslässt. Fesselnd, einzigartig, verwunderlich, stellenweise großartig, dann wieder arg befremdend. Da gibt es nicht nur den "einen" Auslöser. Er/es ist vielmehr ein Gegenstand, der auf mich gewartet zu haben scheint und dem ich jetzt, nachdem ich schon seit weit über 30 Jahren publiziere, hoffe, gewachsen zu sein in seiner Komplexität. Rätselhaftes und "Eingängiges" halten sich bei Satie die Waage.

Meine Empfehlungen rund um das Erik-Satie-Programm:

zum Hören:
Blood Sweat and Fires und die höchst ungewöhnlichen Satie-Interpretationen des Jack Loussier Trios: verjazzt, distanziert.

zum Anschauen:
Und die vielen schrägen bildnerischen Satie-Porträts: Cocteau, Picasso, Man Ray, Suzanne Valadon die spanischen Maler der Jahrhundertwende. Sie alle haben ihn gemalt und gezeichnet. Einiges davon wird während meiner Veranstaltung zu sehen sein.

Was mich an Satie fasziniert?

  • Er ist wohl der einzige Komponist, der seine Fühler so weit ausgestreckt hat in Richtung Literatur, Tanz, Film, Malerei, Kalligraphie. Der selbst ein begnadeter Briefeschreiber und Zeichner gewesen ist.
  • Ein weiteres Faszinosum: drei oder vier seiner Stücke kennt jeder, sie sind als Ohrwürmer beinahe allgegenwärtig, der große Rest seines Werkes ist auch weiterhin terra incognita.
  • Satie liebte es, seine Zeitgenossen an der Nase herumzuführen, falsche Fährten zu legen. Man muss ihm ein Schnippchen schlagen. Sich auf seinen (oft giftigen) Humor, seine Selbstironie, seinen Hang zu Absurditäten und Parodie/Karikatur einlassen.
  • Spannend ist auch, wie Satie aufgrund seiner Radikalität zum Vorreiter für Neue Musik, Jazz, Fluxus wurde und wie er eingefahrene Hör- und Aufführungstraditionen in Frage gestellt, ja "gekippt" hat.

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